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Zur Fastenzeit (2012)

Wie der Phönix aus der Asche fastenzeit

Ja, der Mensch braucht sie: Zeiten des Feierns und des Freuens. Sie machen das Leben hell und heiter, erleichtern die Last des Alltags, lassen Angst und Bedrückendes für ein paar Stunden vergessen. Deshalb brauchen wir Menschen Zeiten des Feierns und der Freude.

Aber auch Zeiten der Besinnung und gründlichen Reinigung tun uns gut. Sie lenken unseren Blick darauf, wie unser Leben verlaufen ist, wie wir es jetzt gestalten und wie es in Zukunft aussehen soll.

Denn wir leben oft recht oberflächlich dahin, gleiten wie auf Schlittschuhen über den gefrorenen Tag, stehen plötzlich am Abend und fragen uns müde: War das alles? Was war heute eigentlich wichtig? Wo habe ich heute wirklich gelebt?

Deshalb ist Innehalten und Besinnung wichtig. Wir brauchen es, um lebendig zu bleiben und reife Menschen zu werden. Innehalten und Besinnen braucht unser Leben, wenn es nicht verkommen soll in alten Verletzungen, in Angst und Flucht vor dem Leben. Denn Innehalten und Besinnen reinigt den Menschen von seiner Vergangenheit, die oft das Leben belastet, überschattet und verdunkelt.

Mit dem Aschermittwoch beginnt für uns Christen wieder so eine Zeit der Reinigung und Neuorientierung. Viele Gläubige lassen sich an diesem Tag Asche aufs Haupt legen. Wieso Asche?

Schon seit den ältesten Zeiten gilt Asche bei den verschiedensten Völkern als mit besonders wirksamen, heilvollen Kräften ausgestattet. Sie erinnert an das läuternde Feuer. Außerdem hat Aschenlauge etwas Reinigendes, die Haut vom Schmutz Befreiendes. Im übertragenen Sinn ist sie Zeichen für den Reinigungswillen des Menschen, Zeichen auch, dass er sich heilenden Kräften öffnen will.

Reinigung des Menschen ist aber nicht nur Sache des einzelnen, wenn sie auch bei ihm beginnen muss. Abschiednehmen von Verletzungen und Versagen braucht immer auch Mitmenschen, die uns auf diesem Weg ermutigen und mittragen, die uns aufhelfen, wo wir nicht weiterwagen. Die endgültige Heilung des Menschen braucht Gott, der Ja zu uns sagt trotz unserer Schuld, der uns heilt in all unseren Verletzungen.

Dort nun, wo wir uns Zeit für uns, für die Mitmenschen und für Gott nehmen, da werden wir neue Menschen. Aus der Asche unserer geläuterten Vergangenheit entsteht neues Leben. Die verbrannten Flügel unseres Lebens werden wieder hergestellt und neu belebt.

Und wie der sagenhafte Vogel Phönix sich aus der Asche erhebt, so können dann auch wir gereinigt und heil, neu belebt, in einen neuen Morgen des Lebens schreiten.

Raimund Reinwald

(Pfarrer St. Bonifaz und St Sebald)